Varianten im Variantenmanagement

Effektives Variantenmanagement für erfolgreiche Produkte

Ein Produkt und mehr als 10.000 Varianten. Was im B2C-Bereich meist unbekannt ist, gehört im B2B-Bereich bereits zum Alltag. Diese Vielfalt an individuellen Kundenwünschen wirtschaftlich zu beherrschen, ist die hohe Kunst des Variantenmanagements. Erfahren Sie, welche Vorteile und Herausforderungen das Variantenmanagement für Ihr Unternehmen bietet. So gelingt Ihnen der Einstieg in ein erfolgreiches Variantenmanagement in nur 6 Schritten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Variantenmanagement?

Variantenmanagement ermöglicht die wirtschaftliche Erfüllung von Kundenbedürfnissen durch die Optimierung von Produkten und Dienstleistungen. Ziel ist es, die Produktionsprozesse durch die Reduzierung von Varianten zu verbessern, ohne dabei die Kundenwünsche zu vernachlässigen.

Das Variantenmanagement umfasst die Erstellung von Variantenkonfigurationen, die Definition von Standardkomponenten und die Erstellung von Fertigungsplänen. Es bietet viele Vorteile, indem es die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Unternehmens erhöht, die Qualität und Zuverlässigkeit von Produkten und Dienstleistungen verbessert, Kosten und Risiken minimiert und die Kundenzufriedenheit steigert.

Folgende Branchen profitieren aufgrund einer hohen Anzahl von Produktvarianten besonders vom Variantenmanagement:

  • Anlagenbau
  • Bauelemente sowie technische Gebäudeausstattung
  • Geräte- und Apparatehersteller
  • Komponentenhersteller
  • Maschinenbau
  • Medizin und Medizintechnik

Vorteile von Variantenmanagement

Das Variantenmanagement bietet Unternehmen vielfältige Chancen. Der Nutzen wird von den Unternehmen jedoch häufig unterschätzt.

Variantenmanagement kann dazu beitragen, Marktanteile zu stabilisieren oder auszubauen, indem kundenindividuelle Produkte kostengünstig angeboten werden. Dadurch kann eine Alleinstellung am Markt erreicht werden. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche Vorteile ein erfolgreiches Variantenmanagement Ihrem Unternehmen liefert:

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Steigerung der Kundenzufriedenheit

Durch die Anpassung der Produkte an die individuellen Bedürfnisse Ihrer Kunden, liefern Sie Ihren Kunden genau das, was sie benötigen. In der Folge steigt die Kundenzufriedenheit. Zufriedene Kunden reklamieren weniger und empfehlen Sie gerne weiter. Das wirkt sich positiv auf Ihre Verkaufszahlen aus.

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Variantenmanagement steigert die Wirtschaftlichkeit

Eines der Hauptvorteile von Variantenmanagement ist die Reduktion von Kosten durch die Minimierung der Anzahl produzierter Varianten. Durch die Modularisierung und Standardisierung von Komponenten werden die Produktionskosten erheblich reduziert, während die Effizienz der Produktion durch den optimierten Einsatz von Ressourcen wie Maschinenzeit und Material gesteigert wird.

Durch die schnelle Verfügbarkeit der Produkte sind Sie in der Lage, innerhalb kürzester Zeit zu liefern. Diese Reaktionsfähigkeit auf die schwankende Nachfrage des Marktes verschafft Ihnen einen Wettbewerbsvorteil.

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Steigerung der Produktqualität

Mit Hilfe von Variantenmanagement verbessern Sie die Qualität Ihrer Produkte, indem Sie ein systematisches Vorgehen zur Planung, Steuerung und Dokumentation von Produktänderungen etablieren. Dies vermeidet Missverständnisse und Fehler in der Produktentwicklung und informiert alle Beteiligten über die aktuellen Produktversionen.

Die Verwendung von Standardkomponenten und getesteten Variantenkonfigurationen sorgt dafür, dass nur zuverlässige Komponenten verwendet werden. Dies erhöht die Qualität der Produkte.

 

Herausforderungen von Variantenmanagement

Neben den Vorteilen des Variantenmanagements sind auch Herausforderungen zu beachten. Es kann schwierig sein, den Überblick über alle Produktvarianten und ihre Eigenschaften zu behalten. Die Produktion zu steuern und Liefertermine einzuhalten kann bei einer großen Variantenvielfalt komplizierter werden.

Diese Herausforderungen sollten vor der Einführung berücksichtigt werden:

  • Kosten: Die Einführung und der Betrieb eines Variantenmanagements ist mit Kosten verbunden. Dazu zählen z.B. die Anschaffung von Software oder die Schulung von Mitarbeitern.
  • Zeitaufwand: Variantenmanagement kann zeitaufwändig sein. Dies gilt insbesondere, wenn viele Personen oder Abteilungen beteiligt sind und zahlreiche Genehmigungs- und Dokumentationsschritte erforderlich sind.
  • Komplexität: Je mehr Varianten es gibt, desto komplexer wird das Management. Es ist wichtig, sich auf die relevantesten Varianten zu konzentrieren und den Verwaltungsaufwand nicht übermäßig zu erhöhen.
  • Einschränkung des Innovationspotenzials: Die Konzentration auf bestehende Varianten kann das Innovationspotenzial des Unternehmens einschränken. Es ist wichtig, dass genügend Ressourcen für die Entwicklung neuer Ideen und Konzepte zur Verfügung stehen.

 

Es hängt von den spezifischen Anforderungen und Zielen Ihres Unternehmens ab, ob Variantenmanagement sinnvoll ist und welche Nachteile damit verbunden sein können. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile abzuwägen und sicherzustellen, dass der Nutzen des Variantenmanagements überwiegt.

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Wir unterstützen Sie bei der Prüfung und Einführung eines Variantenmanagements für Ihr Unternehmen und optimieren es entsprechend Ihren Bedürfnissen.

Methoden für ein verbessertes Variantenmanagement

Um den Herausforderungen des Variantenmanagements zu begegnen, gibt es verschiedene Methoden.

Eine davon ist die Modularisierung, bei der Produkte in einzelne Module zerlegt werden, die wiederum in verschiedenen Varianten angeboten werden können. So können beispielsweise bei einem Auto die Felgen, der Motor und das Navigationssystem als separate Module angeboten werden, die der Kunde nach seinen Wünschen kombinieren kann.

Eine weitere Möglichkeit ist die Standardisierung, bei der versucht wird, möglichst viele Produktkomponenten zu standardisieren, um die Komplexität zu reduzieren. Beispielsweise können bei einem Smartphone die meisten Komponenten wie Prozessor, Display oder Akku für alle Modelle gleich sein und nur in wenigen Merkmalen variieren. So wird bereits in der Planungsphase die Komplexität der Produkte minimiert. Dazu gehört auch die Überlegung, ob bestimmte Produktvarianten überhaupt wirtschaftlich sinnvoll sind und angeboten werden sollen.

Erfahren Sie mehr über unsere Variantenmanagement Methode.

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6 Schritte zum erfolgreichen Variantenmanagement

Die Einführung eines erfolgreichen Variantenmanagements erfordert eine gründliche Planung und Organisation. Um sicherzustellen, dass alle notwendigen Informationen und Ressourcen verfügbar sind und die Prozesse effizient ablaufen, empfehlen wir folgende Schritte:

Schritt 1: Definieren Sie das Ziel und den Nutzen des Variantenmanagements.

Was möchten Sie mit dem Variantenmanagement erreichen und wie wird es Ihrem Unternehmen helfen, sich zu verbessern oder Wettbewerbsvorteile zu erlangen?

Berücksichtigen Sie bei der Einführung von Variantenmanagement die relevantesten Ziele und Nutzen für Ihr Unternehmen, um den Fokus nicht zu verlieren.

Schritt 1 von 6
  • Erhöhung der Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Unternehmens: Durch Variantenmanagement können Sie schneller auf veränderte Marktanforderungen reagieren und entsprechende Produkte oder Dienstleistungen entwickeln.
  • Verbesserung der Qualität und Zuverlässigkeit von Produkten und Dienstleistungen: Durch das strukturierte Verwalten von Varianten können Sie sicherstellen, dass alle notwendigen Tests durchgeführt und Anforderungen erfüllt werden, um die Qualität und Zuverlässigkeit Ihrer Angebote zu gewährleisten.
  • Reduktion von Kosten und Risiken: Durch das Verwalten von Varianten können Sie Doppelarbeit und Fehler vermeiden und somit Kosten und Risiken minimieren.
  • Steigerung der Kundenzufriedenheit: Durch das Angebot von Varianten, die auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden abgestimmt sind, können Sie die Zufriedenheit der Kunden erhöhen.

Schritt 2: Relevante Stakeholder identifizieren und in den Prozess einbinden

Es ist wichtig, dass alle relevanten Stakeholder in den Prozess einbezogen werden, damit ihre Bedürfnisse und Anforderungen berücksichtigt werden und sie sich mit dem Variantenmanagement identifizieren können.

Schritt 2 von 6

Stakeholder sind alle Personen oder Gruppen, die von den Entscheidungen und Aktivitäten im Rahmen des Variantenmanagements betroffen sind oder ein Interesse daran haben. Beispiele für Stakeholder sind Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Partnerunternehmen und Behörden.
Eine Möglichkeit, Stakeholder in den Prozess einzubeziehen, ist die Durchführung von Workshops oder Interviews, um deren Anforderungen und Perspektiven zu erfassen.
Regelmäßige Kommunikation und Transparenz im Prozess tragen ebenfalls dazu bei, dass sich Stakeholder engagiert am Variantenmanagement beteiligen.

Schritt 3: Erstellen Sie eine Varianten-Roadmap um auf Kurs zu bleiben

Eine Varianten-Roadmap ist ein Plan, der festlegt, wie Sie Ihre Varianten entwickeln und verwalten wollen. Sie hilft Ihnen, die langfristigen Ziele und den strategischen Ansatz für das Variantenmanagement festzulegen und die dafür erforderlichen Ressourcen und Schritte zu identifizieren.

Schritt 3 von 6

Bei der Erstellung einer Varianten-Roadmap sollten Sie Faktoren wie die Marktnachfrage, technische Anforderungen und Ressourcenverfügbarkeit berücksichtigen. Sie können beispielsweise festlegen, welche Varianten in welcher Reihenfolge entwickelt werden sollen, wie lange die Entwicklung dauern wird und welche Ressourcen dafür benötigt werden. Es ist auch sinnvoll, Meilensteine und Zwischenziele festzulegen, um den Fortschritt des Prozesses zu verfolgen und sicherzustellen, dass Sie auf Kurs bleiben.

Eine Varianten-Roadmap kann in Form eines Projektplans erstellt werden. Sie sollte regelmäßig überprüft und angepasst werden, um sicherzustellen, dass sie immer aktuell und relevant ist.

Schritt 4: Setzen Sie eine geeignete Software ein

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Softwaretools, die das Variantenmanagement unterstützen. Dazu gehören z.B. Plattformen für die Produktkonfiguration, Systeme für das Dokumenten- und Änderungsmanagement oder Tools zur Überwachung und Steuerung von Prozessen.

Wir beraten Sie zum richtigen Umgang mit dem Thema Variantenmanagement. Darüber hinaus bieten wir Ihnen eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Variantenmanagement-Software an.

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Schritt 5: Prozesse und Verfahren festlegen

Legen Sie fest, wie Sie Varianten entwickeln, genehmigen, implementieren und verwalten werden. Berücksichtigen Sie dabei auch, wie Sie Änderungen an Varianten dokumentieren und kommunizieren. Es kann hilfreich sein, ein Regelwerk oder einen Prozessleitfaden zu erstellen, um alle notwendigen Schritte und Verantwortlichkeiten festzulegen. Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten über die Prozesse und Verfahren informiert sind und diese befolgen.

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Schritt 6: Prozess überwachen und optimieren

Überprüfen Sie regelmäßig, wie das Variantenmanagement funktioniert, und optimieren Sie es gegebenenfalls. Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten über die aktuellen Prozesse und Verfahren informiert sind.

Es kann hilfreich sein, regelmäßige Besprechungen oder Reviews durchzuführen, um den Fortschritt und die Ergebnisse des Variantenmanagements zu überwachen und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren. Das Sammeln von Feedback und die Analyse von Daten können ebenfalls zur Optimierung des Variantenmanagements beitragen.

Schritt 6 von 6

Wann ist Variantenmanagement für Ihr Unternehmen sinnvoll?

Die Vorteile des Variantenmanagements überwiegen in der Regel dann, wenn eines oder mehrere der folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Das Unternehmen ist in einem Markt tätig, der sich schnell verändert und in dem die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden variieren.
  • Das Unternehmen bietet komplexe Produkte oder Dienstleistungen mit vielen Optionen und Anpassungsmöglichkeiten an.
  • Das Unternehmen möchte die Qualität und Zuverlässigkeit seiner Produkte und Dienstleistungen verbessern und Fehler vermeiden.
  • Das Unternehmen möchte Kosten und Risiken minimieren, indem es Doppelarbeit und Fehler vermeidet.
  • Das Unternehmen möchte die Kundenzufriedenheit durch individuelle Angebote erhöhen.

 

Es ist jedoch wichtig, die Vor- und Nachteile abzuwägen und sicherzustellen, dass das Variantenmanagement den Nutzen erfüllt.

Fazit: Variantenmanagement ist ein Wettbewerbsfaktor

Der Nutzen des Variantenmanagements für Unternehmen liegt in der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Es kann dazu beitragen, Marktanteile zu stabilisieren oder auszubauen, indem kundenindividuelle Produkte angeboten werden, die die Kundenzufriedenheit erhöhen. Dadurch wird eine Alleinstellung erreicht.

Durch die Modularisierung und Standardisierung von Komponenten können die Produktionskosten gesenkt und die Effizienz durch den optimierten Einsatz von Ressourcen wie Maschinenzeit und Material gesteigert werden. Das Ergebnis ist eine Minimierung der Komplexität von Produkten bereits in der Planungsphase.

Produktvarianten bringen auch Herausforderungen mit sich. Deshalb ist es wichtig, die Vor- und Nachteile abzuwägen. Hierdurch stellen Sie sicher, dass das Variantenmanagement den Nutzen erfüllt.

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